ANZEIGENSONDERVERÖFFENTLICHUNG

Freizeitmagazin   Altbayern

Eine Anzeigen-Sonderveröffentlichung in der Süddeutschen Zeitung am 18.05.2018

Ein Ring ist ein Ring – und der Einstieg von jeder Stelle aus möglich, auch wenn dieser Ring eher einem verbeulten Radl gleicht. Nach Lust und Laune kann hier jeder seine Route ganz individuell zusammenstellen. Ob man den kartentechnisch betrachtet deformierten Ring alleine, zusammen mit Familie und Kindern ganz oder in Teiletappen abradelt, das bleibt jedem selbst überlassen. Es gibt auf alle Fälle viel zu sehen und zu erleben auf dieser Tour, die eigentlich zum Großteil eine veritable Schlösser-Tour mit jeder Menge geschichtlichem Hintergrund ist und wo jeder auf seine Kosten kommt. Wem es zu lang oder anstrengend wird: Die nächste S-Bahn ist nicht weit.

Wir starten beim Oberschleißheimer Barockschloss und bei herrlichem Wetter. Hier ist eigentlich Lustwandeln im Schlossgarten angesagt mit einem kleinen Spaziergang am Äußeren Ringkanal zum Schloss Lustheim, wo sich der Besuch der Porzellan-Ausstellung lohnt. Beim Entwurf des Jagd- und Gartenschlösschens ließ sich Zuccalli von italienischen Casino-Bauten anregen, die seit dem frühen 16. Jahrhundert an verschiedensten Orten außerhalb der Residenzen entstanden waren. Nahe des Schlosses lockt die Flugwerft Oberschleißheim, eine Außenstelle des Deutschen Museums und für Flugzeugbegeisterte Zeitgenossen eine Pflichtstation. Zu einer Rast lädt der Biergarten bei den Segelfliegern des Ikarus ein. Dort lässt es sich gut aushalten, und man kann die Zeit mit Fliegerschauen verbringen. Alternativen sind der Biergarten beim Phönix oder der Schlossbiergarten mit Alm.

Von Station zu Station

Vorbei an Schlössern und durch die Isarauen führt die Tour.
Einstieg ist jederzeit möglich

Am Schlosskanal entlang geht es über Dirnismaning bis nach Garching. Von der Nähe grüßen das Windrad auf dem Schuttberg und die Allianz-arena. Auf der Strecke nach Ismaning ruft der beliebte Biergarten zur Garchinger Mühle. Bevor man allerdings den Biergarten ansteuern kann, geht es an einer neuen Attraktion vorbei: das Astronomie-Erlebniszentrum Eso-Supernova auf dem Garchinger Forschungsgelände, das laut Prognosen der zuständigen Europäischen Südsternwarte (Eso) mindestens 50.000 und womöglich sogar bis zu 200.000 Besucher im Jahr anlocken wird. Prunkstück des Gebäudes ist das digitale Planetarium, das über 110 Sitzplätze und eine 360-Grad-Projektionskuppel mit einem Durchmesser von 14 Metern verfügt. Hier werden täglich mehrere Astronomieshows gezeigt – etwa „Eine Tour durchs Sonnensystem“ oder „Europas Weg zu den Sternen“.

Durch die reizvollen Isarauen mit Obstwiesen und dem Waldlehrpfad nähern wir uns dem ehemaligen Krautdorf, das heute Standort zahlreicher Medienbetriebe wie zum Beispiel dem größten Privatradio Deutschlands, Antenne Bayern, ist. Ziel ist der Schlosspark mit dem Kallmann-Museum in der Orangerie von Ismaning. Wer nach der knapp 27 Kilometer langen Tour nun müde ist, steigt in die S-Bahn nach München oder Richtung Flughafen. Wer noch Kondition hat, radelt weiter. Flach geht es auf dem Radlring München dahin. Immer entlang am Mittleren Isar-Kanal nach Unterföhring. Vorbei am Speichersee und am weit über die Region hinaus bekannten und beliebten Naherholungsgebiet Feringasee mit FKK-Gelände. Nicht weit entfernt ist der am Südrand des Erdinger Mooses gelegene Speichersee. Er entstand 1929, als die Mittlere Isar ausgebaut wurde. Seltene Vogelarten wie der Silberreiher oder die Rostgans fühlen sich heute hier heimisch – auch angesichts des reichhaltigen Nahrungsangebots in den angrenzenden Teichen.

Als kultureller Abstecher in Unterföhring bietet sich die spätbarocke Pfarrkirche St. Valentin an. Auf dem Weg nach Aschheim stehen noch drei von einst fünf Aschheimer Mühlen, die Mitte des 16. Jahrhunderts gebaut wurden. Über seine Grenzen hinaus bekannt wurde Aschheim allerdings nicht durch die Mühlen, sondern durch das erste Autokino in Deutschland. Es liegt an der Wegstrecke nach Feldkirchen. Am nahen Ortsrand der Gemeinde liegt der Emmerams-Hain, die Grabstätte des Heiligen Emmeram. Ein Votivbild in der katholischen Kirche St. Peter und Paul erinnert an das Martyrium des Heiligen. Wir radeln weiter zum Heimstettener See und kommen später an der Kirchheimer Eventanlage Roberto Beach vorbei, die nach einem Großbrand wieder neu errichtet wurde. Über die Dammbrücke des Speichersees geht es vorbei am BMW Versuchsgelände im Vorderen Finsingermoos. Hier fahren wir auf den Sempt-Isar-Radweg. Gut beschattet durch hohe Bäume geht es auf dem Isarradweg bis nach Mintraching und nach Neufahrn, der Gemeinde mit der einst ersten Bürgermeisterin Bayerns, Käthe Winkelmann, die sich besonders durch den Widerstand gegen den Großflughafen München weit über Bayern hinaus einen Namen machte. Vorbei am Erholungsgebiet Mühlseen in Neufahrn führt unser Weg entlang des Bächleins Moosach nach Eching, wo etliche Freizeitangler auf einen schönen Fang von Forellen hoffen. Die Moosach begleitet uns bis weiter nach Unterschleißheim, die größte Gemeinde des Landkreises München. Und seit Kurzem auch der Hotspot, was das Thema „autonomes Fahren“ betrifft. Denn im neuen Bussinescampus an der Landshuter Straße konzentriert BMW seine Forschung dazu.

 

In Unterschleißheim sind wir im „Fröhlichs“ am Rathausplatz verabredet. Wir freuen uns auf eine schöne bayerische Brotzeit und eine Radlerhalbe. Auf dem Weg Richtung Oberschleißheim legen wir einen Stopp bei der Minigolf-Anlage in Riedmoos ein. Eine Runde Pit Pat tut gut und entspannt. Durch das Hackermoos geht es über Badersfeld entlang der viel befahrenen B471 zurück nach Oberschleißheim. 

Rudi Kanamüller

             Fotos: Kanamüller

Zwischen Hopfen, Spargel und Naturerlebnis

Wenn man verstehen will, weshalb Dachau mit seiner mehr als  1200-jährigen Geschichte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum absolut beliebten Treffpunkt zahlreicher bekannter Landschaftsmaler geworden ist, die damals hinauszogen, um die stimmungsvolle Mooslandschaft mit ihren wechselnden Lichtverhältnissen in der Natur festzuhalten, der braucht nur zum Schloss hinaufzufahren, sich an die Mauer zu stellen und seinen Blick bis weit in die Landeshauptstadt München und in die Region hinein schweifen zu lassen. Die reizvolle, ebene Mooslandschaft mit dem wildromantischen Flusslauf der Amper lockt deshalb immer noch zahlreiche Wochenendausflügler an.

Uns zieht es ausnahmsweise heute einmal von diesem grandiosen Aussichtspunkt weg. Allenfalls verhindern könnten unsere Ambitionen das Café im Schloss mit seinen leckeren Kuchen und Speisen und die herrliche Terrasse mit 200 Plätzen. Umgeben vom historischen Schloss und dem Hofgarten. Oder die Aussicht, etwas unterhalb des Schlosses, beim Ziegler-Bräu nicht nur gut zu essen, sondern auch zu nächtigen. Auch hier ein Hauch von Geschichte. Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1766 und war über 200 Jahre im Besitz der Brauer-Dynastie Ziegler. Trotzdem. Es hilft nichts. Wir müssen weiter, kommen aber zurück!

Grünes Gold

 

Die frühere Künstlerkolonie Dachau ist der Ausgangspunkt dieser insgesamt 197 Kilometer langen Rundtour, bei der wir uns thematisch zwischen Kultur, Hopfen und Spargel bewegen werden. Wir riechen schon die blühenden Hopfendolden. Ihrem Aroma folgen wir bis nach Pfaffenhofen an der Ilm. Reizvoll umgeben von sanften grünen Hügeln, gelegen mitten im grünen Hopfenland, empfängt uns das Ilm-Städtchen. In der Stadtmitte grüßen prächtige, denkmalgeschützte  Bürgerhäuser am geschäftigen Stadtplatz, einem der schönsten Plätze Oberbayerns. Flankiert von Geschäften und Cafés.

Der Hopfen ist die eine, das Bier die andere Seite der Medaille. Weil wir uns konsequenterweise dem Thema Bier annähern und mehr über das bayerische Nahrungsmittel erfahren wollen, radeln wir weiter in Richtung Wolnzach. Dort befindet sich, natürlich im Zentrum der Hallertau, das weltberühmte Deutsche Hopfenmuseum, in dem auf über 1000 Quadratmetern Fläche eine Erlebnisausstellung zum Thema Hopfen und Bier präsentiert wird. Hier kann man nicht nur an diversen Bier-Seminaren teilnehmen und bei einem Biermenü unter fachkundiger Anleitung eines Diplom-Sommeliers mehr über das Getränk erfahren, das auch heute noch nach dem bayerischen Reinheitsgebot von 1516 hergestellt wird. Wolnzach liegt im fruchtbaren Tertiärhügelland der Hallertau, des größten zusammenhängenden Hopfenanbaugebietes der Welt, wo das „grüne Gold“ in den Hopfengärten wächst und rankt. Die grünen Hopfendolden sind unsere ständigen Begleiter auf den Touren durch die Holledau. Beachten sollte man beim Besuch Wolnzachs allerdings, dass der Besuch des Biermuseums nur nach Voranmeldung möglich ist und das Museum nicht täglich geöffnet hat.

Bedeutende Position

 

Wer kennt nicht das Auto mit den vier Ringen? Die Rede ist von Audi. Aber die Automobilstadt Ingolstadt hat kulturhistorisch weit mehr zu bieten als nur vier Ringe. Was vermutlich die wenigsten Zeitgenossen auf dem Schirm haben, ist die Tatsache, dass Ingolstadt für das Lieblingsgetränk der Bayern, das Bier, in etwa den Stellenwert hat wie Rom für die Katholiken. Immerhin wurde dort das Reinheitsgebot von 1516 von Bayerns Herzog Wilhelm IV. und seinem Bruder, Herzog Ludwig X., erlassen. Aber Ingolstadt alleine auf das Thema Bier und Reinheitsgebot zu reduzieren, das würde dieser traditionsreichen Stadt nicht gerecht werden. Neues Schloss, Asamkirche oder gotisches Münster: Geschichte, Tradition und modernes städtisches Flair fügen sich in der einstigen Residenzstadt ideal zusammen. Daneben hat Ingolstadt hat eine bedeutende Position in der Bayerischen Universitätsgeschichte inne, als Sitz der Ersten Bayerischen Landesuniversität. Zeugnisse dieser wissenschaftlichen Blütezeit sind die „Alte Anatomie“ mit dem Deutschen Medizinhistorischen Museum. Die gemütliche Seite Ingolstadts lässt sich am besten in Restaurants und urigen Biergärten kennenlernen und genießen, inklusive der traditionellen bayerischen Gastfreundschaft. Aber es hilft nichts. Das flüssige „Nahrungsmittel“ werden wir uns später gönnen.

 

Ein wahres Highlight erwartet uns auch in Manching, Sitz des weltberühmten Römer- und Keltenmuseums. Hier heißt es, genügend Zeit einzuplanen. In Manching befand sich vor über 2000 Jahren eine der bedeutendsten keltischen Städte Europas. Heute werden dort im Kelten- und Römermuseum Funde aus über 100 Jahren archäologischer Ausgrabungen präsentiert. Darunter befinden sich auch das einzigartige „Goldbäumchen“ und einer der größten Goldschätze dieser Zeit. Pretiosen aus dem Mittelmeergebiet dokumentieren zudem die weitreichenden Handelskontakte der Manchinger Kelten. Auch zwei fast komplett erhaltene Militärschiffe aus der Zeit Kaiser Trajans sind zu bewundern. Das einzige Flugmuseum Messerschmitt ist nur nach Voranmeldung zu besuchen. Apropos Manching: Wer mit dem E-Bike unterwegs ist, der kann den Akku am Rathaus aufladen.

Königliches Gemüse

 

Was der Hallertau der Hopfen ist, ist Schrobenhausen der Spargel. Im größten Spargelanbaugebiet in Bayern ist das leckere Gemüse „das zentrale Thema“ von April bis Juni. So lange dauert die Spargelsaison. Das Spargelmuseum im Amtsturm liefert dem Wissbegierigen den notwendigen theoretischen Unterbau, um mitreden zu können. Das Museum wurde 1985 eröffnet und 1991 zum „Europäischen Spargelmuseum“ erweitert. Es ist ein „Spezialmuseum“ und informiert über Botanik, Geschichte und landwirtschaftliche Kultivierung des „königlichen Gemüses“. Wir können es uns aussuchen, in welchem Gasthaus wir uns das köstliche Gemüse munden lassen wollen. Nach einer leckeren Spargelmahlzeit schadet ein Verdauungsspaziergang nicht.

 

Wir machen uns auf den Weg zur mittelalterlichen Stadtmauer sowie zum Geburtshaus des „Malerfürsten“ Franz von Lenbach. Auch jenes ist heute ein Museum. Es wurde aufwändig renoviert und ist seit Ende April wieder für Besucher geöffnet.

 

Ein ganz besonderes Erlebnis erwartet uns in Jetzendorf im Südwesten des Landkreises Pfaffenofen an der Ilm. An einem idyllisch gelegenen kleinen See, hoch über den Wipfeln der Bäume auf der Terrasse eines ganz besonderen Hauses, nehmen wir ein Genussfrühstück zu uns und lassen es uns anschließend im Outdoor-Whirlpool richtig gut gehen. Um dieses Erlebnis wahr werden zu lassen, muss man nicht Tausende Kilometer weit in einen exklusiven Club in die Karibik fliegen. Das Erlebnis kann man auch im Jetzendorfer Baumhotel erfahren. Gut gestärkt und ausgeruht von vielen Radkilometern ist uns jetzt nach Abenteuer. Wir steuern den schönsten Klettergarten Bayerns an. Auch der befindet sich in Jetzendorf.

Auf dem Weg zurück nach Dachau Station in Ilmmünster, von wo aus das gesamte Gebiet an der Ilm und der Hallertau missioniert wurde. Die großen Notare und Kanzler der bayerischen Herzöge kamen im 13. Jahrhundert aus dem weltlichen Chorherrenstift. Mit der unfreiwilligen Verlegung des Stiftes an das Münchener Stift „Unserer lieben Frau“ fand die Blütezeit von Ilmmünster ein jähes Ende. Im Jahre 1495 wurde dem gläubigen, heftig protestierenden Volk sein heiliger Arsatius nach München entführt. Heute befinden sich die Reliquien des heiligen Arsatius wieder in der Basilika. Als stiller Zeuge erinnern sie an die einstige große Zeit von Ilmmünster. Die dreischiffige Basilika wurde rund 1200 nach Christus erbaut und ist das Wahrzeichen der Gemeinde.        

Rudi Kanamüller

Kultur, Hopfen, Spargel

 

Streckenverlauf:

Dachau – Pfaffenhofen a.d.Ilm (48 km) – Wolnzach (14,4 km) – Geisenfeld (11,8 km) – Vohburg (11,4 km) – mit kurzem Abstecher nach Ingolstadt (16,6 km) als Variante Manching (14,6 km). Vohburg – Schrobenhausen (46,5 km) – Jetzendorf (21,8 km) – Ilmmünster (11,1 km) – Dachau 32,3 km

                   

Sehenswürdigkeiten:

Geisenfeld: Hügelgräber, Kath. Pfarrkirche „Dom der Hallertau“, Stadtplatz-Ensemble

Wolnzach: Hopfenmuseum, Museum Kulturgeschichte der Hand, Historischer Marktplatz, Kirche St. Laurentius

Ingolstadt: Bayerisches Armeemuseum, Medizinhistorisches Museum, Stadtmuseum, Audimuseum, Asamkirche, Klenzepark, Historische Stadtmauer mit Kreuztor

Schrobenhausen: Europäisches Spargelmuseum, Lenbachmuseum, Handwerkermuseum, Museum im Pflegeschloss

Ilmmünster: Dreischiffige Basilika

Jetzendorf: Baumhotel, Hochseilklettergarten

Dachau: Renaissanceschloss mit historischer Kassettendecke, Hofgarten, Bezirksmuseum, Gemäldegalerie, KZ-Gedenkstätte, Amperauen, historische Altstadt           

Schloss Dachau.
Foto: Hofbauer
Sommerkonzerte im Kloster Scheyern.
Foto: Florian Scheipp
Deutsches Hopfenmuseum.
Foto: Martin Erd
Häusergiebel in Schrobenhausen.
Foto: Pixabay

Dass sich Bier und Kultur nicht ausschließen, ist eine Binsenweisheit. Ein Muss ist deshalb der Besuch Geisenfelds, wo eine der prächtigsten Kirchen im Landkreis Pfaffenhofen steht. Die Kirche ist ein Klosterbau aus dem Jahr 1030, der mehrmals durch Feuersbrünste zerstört, aber wieder aufgebaut wurde und aufgrund seiner Ehrfurcht einflößenden Präsenz in der Bevölkerung auch respektvoll der „Dom der Hallertau“ genannt wird. Besonders sehenswert ist ein Kolossalgemälde, auf dem die Himmelfahrt Mariens dargestellt ist. Geisenfeld ist aber mehr als nur der „Dom der Hallertau“. Das gesamte Stadtplatzensemble steht unter Denkmalschutz. Mitten in der über 9000 Einwohner zählenden Stadt liegt eine kleine Oase der Ruhe und Entspannung versteckt. Ein Garten der Sinne, der zum Ausruhen und Kraftsammeln einlädt. Wer dagegen Abwechslung und Bewegung sucht, der findet sie im Bewegungspark an der Ilm und im Wasserskipark am Lorenzisee.

 

Wer mehr über die frühe Geschichte Geisenfelds wissen will, der unternimmt eine Rundwanderung bei den Hügelgräbern, die viele Hunderte von Jahren vor Christi Geburt angelegt wurden.  Rund 180 davon aus der mittleren Bronzezeit um 1500 v. Chr. finden sich in dem Wald zwischen Geisenfeld und Niederlauterbach. Es ist eines der größten Gräberfelder in ganz Süddeutschland. Wir verlassen die Hügelgräber und machen uns auf den Weg. 

 

Eingerahmt von den Flussläufen der Donau, der Kleinen Donau und der Paar, liegt das 7128 Einwohner zählende Städtchen Vohburg im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm. Ein Mittelalterstädtchen, dessen Wahrzeichen das „kleine Donautor“ ist. Ein Städtchen, das darüber hinaus über drei Stadttore und ein Burgtor verfügt, die aus dem Mittelalter stammen und für ihr Alter noch erstaunlich gut erhalten sind. Dazu locken viele reizvolle Gassen zum Bummeln, die sich rund um den geschichtsträchtigen Burgberg versammeln – inklusive lauschiger Plätze, die nicht nur Liebespaare zum Verweilen einladen. Denn dort oben auf dem Burgberg durfte die Agnes Bernauer, so die Erzählung, vermutlich die glücklichste Zeit ihres Daseins erlebt haben.

 

Agnes Bernauer tat das, was nicht ungewöhnlich ist: Sie war die Geliebte und vielleicht auch die erste Ehefrau des bayerischen Herzogs Albrecht III., der deshalb mit seinem Vater Ernst in einen schweren Konflikt geriet. Vater Ernst verstand in dieser Beziehung jedoch keinen Spaß. Er ließ Agnes Bernauer 1435 in der Donau ertränken. Es war das Ende einer nicht standesgemäßen Beziehung, die später in zahlreichen literarischen Werken verarbeitet und aufgeführt wurde. Zeugen der Vergangenheit sind zudem die historische Burgmauer und das Pflegschloss. Donauaufwärts nur knapp 18 Kilometer von Vohburg entfernt liegt Ingolstadt. Wir verbinden die Tour an der Ilm zu einem Abstecher und wechseln auf den Donau-Radweg nach Ingolstadt, beziehungsweise nach Manching