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Schönschreiben neu entdeckt

 

Vor allem Jugendliche interessieren sich immer mehr fürs „Handlettering“

Sie tippen so schnell in ihr Handy, dass man als Mensch über 30 gar nicht mehr mitkommt. Doch in Zeiten von SMS und Selfies entdecken immer mehr Jugendliche offenbar neue Leidenschaften: Lehrkräfte nehmen unter ihnen den Trend des „Handletterings“ wahr, Neudeutsch fürs gute alte, bewusste Schönschreiben. 

 

„Das steigende Interesse an der Handschrift, das sich im sogenannten „Handlettering“ zeigt, ist ein Zeichen dafür, dass das Schreiben mit der Hand auch in Smartphone-Zeiten nicht überholt ist. Ganz im Gegenteil: Die eigene, individuelle Schrift wird von jungen Menschen zunehmend als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und Kreativität geschätzt und wiederentdeckt – gerade im digitalen Zeitalter. Ich halte dies für eine ermutigende Entwicklung in einer Zeit, in der Digitalisierung auch in der Bildungspolitik das Schlagwort der Stunde ist. Denn bei aller digitalen Euphorie dürfen wir die Handschrift nicht vergessen. Gerade in Schule und Elternhaus muss diese Wertschätzung erfahren. Einen längeren Text mit der Hand zu schreiben erfordert Ausdauer, Konzentration und Planung im Kopf – alles Fähigkeiten, die junge Menschen erlernen müssen und die nicht nur beim Schreiben von Nutzen sind. Daher ist es von größter Bedeutung, zuerst die Fähigkeiten hin zu einer flüssigen und leserlichen Schrift bei den Kindern zu entwickeln, bevor digitale Schreibtechniken zum Einsatz kommen“, kommentiert Michael Schwägerl, Vorsitzender des Bayerischen Philologenverbandes (bpv), die neuartige Strömung. 

 

 

Noch in einer Umfrage, die der Deutsche Lehrerverband im Jahr 2015 zusammen mit dem Schreibmotorik Institut Heroldsberg durchgeführte, hatten 79 Prozent der befragten Lehrkräfte an weiterführenden Schulen angegeben, dass sich die Handschrift der Schüler im Schnitt verschlechtert habe. An den Grundschulen hatten diese Aussage sogar 83 Prozent geteilt. Die Lehrkräfte sahen dabei auch einen Zusammenhang zwischen den kognitiven Leistungen der Schüler und ihrer Handschrift.
Wer schreibt, der bleibt. Erst recht, wer‘s schön kann.
Foto: Fotolia

Fortschritt durch Förderung

 

Lese- und Schreibschwierigkeiten können verschiedene Ursachen haben –
mit professioneller Hilfe können sie oft überwinden werden

Wenn ein Kind schlecht lesen und rechtschreiben kann, hat es Legasthenie – das ist eine häufig getroffene Aussage. Damit wird die Situation als Krankheit oder Störung beschrieben und das Kind erhält einen „Stempel“. Dabei gibt es vielfältige Ursachen für Lernschwierigkeiten beim Lesen und Schreiben (LRS) und ebenso viele Möglichkeiten, die Lese- und Rechtschreibfähigkeiten zu verbessern. Darauf weist die „LegaKids Stiftung“ hin.

Im Wesentlichen gebe es zwei Ansätze, Lernschwierigkeiten beim Lesen und Schreiben zu beschreiben. Verbreitet sei die medizinische Sichtweise, die Legasthenie im Sinne einer Krankheit beziehungsweise genetischen oder hirnphysiologischen Störung begreift. Doch sie habe ausschließlich einen Einzelaspekt der Entstehung von Lernschwierigkeiten im Blick, nämlich die organischen Voraussetzungen des Kindes. Weitere Faktoren, wie äußere Einflüsse, werden dabei außer Acht gelassen. So gebe es laut der Stiftung eine umfassendere pädagogisch-psychologische Definition von Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten: Sie sehe keine „Störung“ des Kindes, sondern eine Störung im Lernprozess. Demnach werden mit LRS Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten von Kindern bezeichnet, deren Ursachen sowohl im Begabungsprofil des Kindes (Dispositionen), seinen körperlichen Voraussetzungen (Hörverarbeitung, Sehverarbeitung) als auch in äußeren Einflussfaktoren (Schule, Elternhaus, soziale Aspekte) beziehungsweise in einem Zusammenspiel all dieser Faktoren liegen können.

Bei der Förderung von Kindern mit LRS gebe es keine medizinische Vorgehensweise, sondern ausschließlich eine pädagogisch-psychologische. Die Kinder benötigen zunächst eine Stärkung ihres Selbstwertgefühls und vor allem die Überzeugung, dass sie sich im Lesen und Schreiben verbessern können. Dann könne mit bewährten Programmen und unterschiedlichen Zugangsweisen direkt am Lesen und Schreiben gearbeitet werden, um dem Kind auf individuell angepassten Lernwegen Fortschritte zu ermöglichen. Eine solche lerntherapeutische Förderung sei außerschulisch und teilweise auch direkt in der Schule möglich.